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Gewählt!

Deutschland hat gewählt und damit gibt es endlich Rückenwind für unsere Umwelt: die Grünen erreichten über 20 %. Das stimmt gar nicht? Das stimmt doch. Allerdings ist hier von der Wahl der unter 18-jähirgen die Rede, die eine Woche vor der Bundestagswahl stattfand. Wenn junge Menschen entscheiden könnten von wem sie regiert werden, fiele die Zusammensetzung doch ein wenig anders aus, als das was uns jetzt mit Schwarz-Gelb erwartet. Farblich wie inhaltlich.

Denn die 127.00 teilnehmenden Jugendlichen wählten deutlich bunter als die älteren Generationen: In der U-18 Wahl kam die SPD auf 20 %, die Grünen auch auf 20 %. Die CDU liegt knapp dahinter mit 19 % und die Linke bekam knapp 10 %. Zu den Gewinnern zählt dabei eindeutig auch die Piratenpartei mit 8 %, aber die FDP scheint mit 7 % bei den Jüngeren nicht ganz so beliebt. Den Einzug in den Bundestag geschafft hätte auch die Tierrechtspartei mit knapp über 5 %. Glücklicherweise draußen bliebe die NPD mit 4 %.

Spannend ist natürlich die Frage, ob sie bei der nächsten Bundestagswahl genauso abstimmen würden. Was meint ihr dazu? Ändert sich das Wahlverhalten, wenn es um die "richtige" Politik geht? Oder ändern sich mit dem Älterwerden einfach die als wichtig erachteten Themen?
 

Weiterführende Links

www.u18.org www.juniorwahl.de/

Kommentare

Frederik

Jede Generation hat ihre eigenen Themen, die im Moment gerade das Leben beeinflussen. Diese ändern sich natürlich auch mit dem Älterwerden. Mit dem Älterwerden nimmt aber auch die Erfahrung zu und somit können Sachverhalte dann vielleicht anders bewertet werden, als in jüngeren Jahren, weil wir sie kritisch hinterfragen. DIes hat aber nicht unbedingt etwas mit dem biologischen Alter zu tun, sondern eher mit dem Zeitraum, mit dem man sich mit Politik beschäftigt. Sicher ist man leichter beeinflussbar, wenn man das erste Mal zu einem Thema nur von einer bestimmten Seite etwas hört. Erst, wenn wir aus mehreren Richtungen uns unterschiedliche Meinungen anhören und uns auch selbst noch etwas mit dem Thema beschäftigen können wir eine eigene unabhängige Meinung bilden.
Ich wage zu bezweifeln, dass diese Fähigkeit an einem bestimmten Alter festgemacht werden kann. Ich kenne zwölfjährige die durchdacht bei für sie spannenden Themen mitdiskutieren können, aber auch dreißigjährige, die auf die Propaganda radikaler Parteien hereinfallen.
Der größte Fehler, den Politiker häufig machen, ist dabei zu signalisieren: Ihr habt doch eh keine Ahnung, seid nicht in der Materie drin, könnt deshalb auch nicht mitdiskutieren. Das fördert politisches Desinteresse, egal bei welcher Altersklasse! Stattdessen ist es die Aufgabe der Politik, das was sie tut, so zu erklären, dass jeder interessierte Bürger, egal ob jung oder alt, sich eine eigene Meinung zur Thematik bilden kann.
Aufrichtige Bemühung hierum und deutlich mehr Ehrlichkeit würden den radikalen Parteien den Boden entziehen, den Bürger sich nicht mehr dumm vorkommen lassen und somit das Interesse an Politik steigern.
Ein schon frühes ernstnehmen der Kinder und ihrer Interessen ist dabei wichtig! Es führt zu frühen positiven Erfahrungen mit unserer Demokratie und dem selbstverständnis sich vielschichtig eine eigene Meinung bilden zu können und diese dann auch zu vertreten.

The unknown stuntman

Und noch ein kleiner Nachtrag über die Beeinflussbarkeit der Jugend dieses Landes:
www.youtube.com/watch?v=HTo_CABel4k

aber nicht nur Jugendliche erliegen so manchem Blendwerk ;-)

The unknown stuntman

Tja wenn das alles so einfach wäre...
Ich finde die Aktion der U18 Wahl gut. Ob es wünschenswert wäre, dass der realpolitsche Einfluss der U18er größer ausfällt, will ich beim Anblick der Zahlen auf der Website jedoch nicht unbedingt bejahen. Es lohnt sich an dieser Stelle durchaus mal auf der Website der u18 die einzelnen Bundesländer durchzuschauen. Beispiel: Stärke der NPD in den Neuen Bundesländern: In Brandenburg liegt sie mit über 6% sogar knapp vor der FDP, in Sachsen beinahe bei 13% in Thüringen 9,42%, Mecklenburg Vorpommern 4,9%...
Gingen wir nun davon aus, dass die die Landtagswahlen der Generation u18 wären - mir wäre selbst hier in den alten Bundesländern nicht mehr wohl.
An dieser Stelle danke ich der Jugendwahlorganisation für ihr Engagement, denn es macht eins klar: Wir müssen uns jetzt und hier um die Jugend kümmern und den Jugendlichen Perspektiven schaffen!
Dennoch sind die Zahlen der Jugendwahl nicht überzubewerten. Der Anteil der Jugendlichen unter 20 an der Gesamtbevölkerung wird im Jahre 2020 vsl. 16,9% betragen. Bis dahin werden die heutigen u18er wahlberechtigt sein und meines Erachtens andere Entscheidungen treffen, die ihrer dann vorherrschenden Lebensrealität entsprechen. Und vielleicht ist die u18-Wahl bis dahin auch etwas aussagekräftiger. Wenn von den etwa 5-6 Millionen Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren nur 127208 mitmachen also anteilig etwa 2,3%, und von den abgegebenen Stimmen auch noch 3% ungültig sind, lässt sich diese gute Aktion zurzeit noch ziemlich kleinrechnen

Simon

Ich habe selbst an einer Juniorwahl teilgenommen und die Ergebnisse waren ähnlich derer der U18 Wahl. Bei uns wurden vorher im Unterricht die Parteien und deren Parteiprogramme analysiert, damit keiner "blind" wählen geht. An unserer Schule lagen sogar die Grünen mit über 25 % weit vorne. SPD, CDU und die Piraten hatten da deutlich weniger und lagen ebenfalls nahezu gleich auf. Im deutschlandweiten Vergleich entsprach das Wahlergebnis der Juniorwahl aber etwa dem der U18 Wahl (siehe juniorwahl.de). Ich denke die Meinungen zur Politik ändern sich mit dem Alter schon etwas. Welche Partei man wählt hängt mit vielen Faktoren zusammen: Wovon profitiere ich momentan am meisten? Wen wähle ich aus einem (aktuellen) Grund auf keinen Fall? Was sind meine Ideale? Was sind meine Interessen? ... Diese Faktoren können sich mit zunehmenden Alter ändern und somit kann sich auch die Partei ändern, mit deren Forderungen man am ehsten übereinstimmt. Trotzdem denke ich, dass sich der Trend, den die Jugendlichen bei solchen virtuellen Wahlen zeigen auch im späteren Wahlleben vorfinden lässt, da sich die politischen Interessen bei einem Großteil aller Menschen nicht grundlegend ändern. Das gilt auch für Jugendliche! Einmal Interesse an einer Partei und der Politik durch solche Projekte gefunden werden diese Interessen verankert. Ein Grund mehr mit Spannung darauf zu schauen, wie die Erstwähler das Ergebnis bei der nächsten Wahl beeinflussen werden.

Schlagworte: Wahlen, Politik, Jugend