Login

Journalist/in - ein gefährlicher Beruf?
Mit der Pressefreiheit steht und fällt eine freie Gesellschaft. Ist eine unabhängige Berichterstattung nicht möglich, ist die Tür geöffnet für Korruption und Willkür des Staatsapparates. Anders gesagt, die Regierung kann machen, was sie will, weil es ja niemand erfahren muss. Deshalb ist die Pressefreiheit das erste Opfer auf dem Weg in eine Diktatur. Staatliche Zensur verhindert, dass ungeliebte Informationen die Menschen erreichen.
Freie JournalistInnen werden verfolgt und zum Verstummen gebracht. Schon seit Jahrhunderten läuft es nach diesem Muster. Im Mittelalter hatte die Kirche einen großen Zensurapparat, die Inquisition. Gedankengut, dass nicht mit der damaligen Weltanschauung übereinstimmte, wurde verbannt und die, die es verbreiteten gnadenlos verfolgt. Unter Hitler gab es in Deutschland ein eigenes Propagandaministerium, das mit seinem Informationsmonopol das Bewusstsein der Menschen kontrollieren sollte. Neue Medien wie der Rundfunk wurden mit dem Volksempfänger zu diesem Zweck großflächig unter die Leute gebracht und missbraucht. In der neueren Zeit haben die Morde an russischen JournalistInnen, wie Anna Politkowskaja, für viel Aufsehen in unseren unabhängigen Medien gesorgt. Und allein im Irak sind seit Kriegsausbruch 2003, 158 JournalistInnen ums Leben gekommen.
Die klassischen Medien, wie Fernsehen, Radio und Zeitung, lassen sich dabei relativ leicht zensieren, im Gegensatz zum immer wichtiger werdenden Internet. Kritische Stimmen können im Netz nicht unterdrückt werden. Viele IranerInnen konnten so bei den Protesten gegen die Präsidentenwahl im Jahr 2009 mit ihren FreundInnen und Verwandten in Kontakt bleiben und unabhängige Informationen erhalten. Damit diese Funktion des weltweiten Netzes uneingeschränkt erhalten bleibt, fordern viele, dass das Internet in keiner Weise zensiert werden darf. Nur so könne Meinungsfreiheit garantiert werden.
Um die Pressefreiheit zu sichern, hat sich auch eine Organisation gegründet, die sich ähnlich wie „Ärzte ohne Grenzen“ in Krisengebieten engagiert, und versucht, Diktatoren und Menschenrechtsverletzern das Leben schwer zu machen: „Reporter ohne Grenzen“.
Presse- und Meinungsfreiheit ist also für ein freies Leben wichtig. Dies bedeutet aber trotzdem nicht, dass die Medien einfach alles machen dürfen. Persönlichkeitsrechte – auch von Prominenten – müssen beachtet werden.
In Deutschland haben wir durch den Mix von privaten und öffentlich rechtlichen Medien eine gute Grundlage für freie Meinungsbildung. Nutzen wir sie und unseren Verstand, um kritisch zu hinterfragen und gut informiert zu urteilen!
Schlagworte: Medien
Die nächsten Termine
01.04.2012 – 08.06.2012
[Fortbildung] Paddelwoche
16.05.2012 – 20.05.2012
Wildwasserkanu & Kletterwand
18.05.2012 – 19.05.2012
„Robin-Hood“ Erlebniswochenende am Kemitzenstein (NF Bad Staffelstein)
alle Termine

