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Ein halbes Jahr im Land der langen weißen Wolke
Daneben arbeitete ich an meinem eigenen Kurzfilm "Playing at fate", einer Liebeskomödie um einen ewigen Glückspilz, der versucht, sein Schicksal zu manipulieren. Dabei konnte ich mit richtigen SchauspielerInnen arbeiten, die ein Maß an Engagement, Aufgeschlossenheit, Professionalität und nicht zuletzt Talent mitbrachten, wie ich es mir besser nicht hätte wünschen können. Obgleich wir das Drehbuch innerhalb von drei Tagen abdrehen konnten, vergingen von der ersten Idee bis zum fertigen Film über fünf Monate, die geprägt waren von der schwierigen Suche nach Filmschaffenden, langen Verhandlungen um Drehgenehmigungen, lustigen Proben mit den SchauspielerInnen, fast vierhundert E Mails und viel, viel, viel Papierkram - doch hat mir die Arbeit sehr viel Spaß gemacht.
Da ich in einer Familie untergebracht war, bekam ich einen Einblick in den Alltag. Durch meine Gastmutter Esmee, die an einer Highschool Kunst unterrichtete, lernte ich das Schulsystem kennen. Die Jugendlichen identifizieren sich stark mit ihrer Schule und nehmen vielfach die außerschulischen Aktivitäten wahr. Motivation bieten die vielen Preise, die in jedem Jahr verliehen werden.
Eine besondere Erfahrung war die Weihnachtszeit. Die Stadt war festlich geschmückt, die bekannten Weihnachtslieder dudelten in den Geschäften rauf und runter und bunte Paraden, rockige Open-Air-Konzerte sowie der städtische „Weihnachtsbaum“ aus 30.000 bunten Lichtern ließen selbst bei hochsommerlichen Temperaturen durchaus Weihnachtsstimmung aufkommen.
Jede freie Minute verbrachte ich in der Stadt - am Meer, mit Freunden im Café oder in meinem Lieblingsbuchladen und stöberte fast jeden Abend in der Stadtbibliothek. Unzählige Stunden verbrachte ich auch im neuseeländischen Nationalmuseum "Te Papa Tongarewa“.
Oft traf ich mich mit einigen tollen JongleurInnen, die mir sogar den Besuch der "New Zealand Juggling Convention" ermöglichten.
Daneben blieb mir kaum Zeit zum Reisen. Queenstown auf der Südinsel gab mir einen Eindruck von der Schönheit der Natur und Auckland bot viele Sehenswürdigkeiten, allen voran der Ausflug nach „Hobbiton“ - für mich als „Herr der Ringe“ - Freak eine grandiose Erfahrung.
Was mir meine Zeit in Neuseeland bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Ich bin so viel selbstständiger geworden, habe so viele unvergessliche Dinge erlebt und einige großartige Menschen kennengelernt. Alleine in ein anderes Land zu gehen und Menschen nicht wie im Urlaub nur kurz kennenzulernen, sondern sie wirklich kennenzulernen, verstehen zu lernen, wie sie denken und fühlen - das ist etwas ganz Besonderes. Der Abschied ist mir schwer gefallen und ich hoffe, bald zurückkommen zu können.
Schlagworte: Ausland
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