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Buchte und Ratze – zwei kleine Einrichtungen, mit groß(artig)er Arbeit

Wir befinden uns im Jahr 2009 n. Chr. Die Bremer Innenstadt besteht aus Rathaus, Dom und Einkaufspassagen. Die ganze Innenstadt? Nein! Ein von Jugendlichen und MitarbeiterInnen bevölkertes Haus hört nicht auf, der regelmäßig drohenden Schließung Widerstand zu leisten. Ob Kürzungen öffentlicher Zuschüsse, Bauschäden oder andere Katastrophen das Jugendhaus Buchte hat überlebt und unterstützt bis heute Jugendliche in Bremen, laut zu werden, um für ihre Rechte und Bedürfnisse zu streiten.

Im Sommer mit der „Buchte on tour“ gehen, im Haus eigene Konzerte veranstalten, bei der Antirassismus-Gruppe mitmachen oder einfach das Buchte-Café besuchen….,die Buchte ist immer das, was jedeR einzelne daraus macht. Und das rund um die Uhr, denn durch die sogenannte Selbstöffnung des Hauses haben Jugendliche die Möglichkeit, die Buchte eigenverantwortlich und unabhängig von Öffnungszeiten zu nutzen.
Mitbestimmung und Beteiligung bestimmen seit jeher die Arbeit und die Strukturen des Hauses, dessen wechselhafte Geschichte als selbstverwaltetes Projekt vor 30 Jahren mit einer Hausbesetzung begann. Zum Aktivenrat treffen sich regelmäßig alle Jugendlichen der Buchte, und dort wird nicht nur über die Farbe der Wände entschieden – es geht um Personal- und Budgetentscheidungen, Programmplanung und mehr.
Zurzeit steht die Buchte vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte, denn das Gebäude hat einen Bauschaden und muss von Schwammbefall befreit werden. Um das Stadtteilprojekt langfristig zu sichern, entstand die Idee es zu kaufen. Dafür braucht es natürlich Geld – fast eine halbe Million Euro müssen aufgebracht werden– und natürlich jede Menge persönlichen Einsatz.

Ein weiteres erfolgreiches Projekt der Naturfreundejugend findet sich ein paar Kilometer westwärts der Innenstadt im Arbeiterstadtteil Bremen-Walle. Hier gibt es keine Hochglanzfassaden, stattdessen prägen ältere Hochhäuser das Stadtbild. Aus der Erkenntnis, dass auch für jüngere Kinder Angebote her müssen, wurde dort vor 20 Jahren das Spiel- und Jugendhaus Ratzeburger Straße gegründet. Unter dem Leitsatz „Mit Respekt, Engagement und Herz soziale Kompetenzen fördern – und dadurch Augen öffnen“, bietet die Ratze dort eine Kinder- und Jugendgruppe sowie offene Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Das jüngste Kind der Kindergruppe ist gerade einmal 18 Monate alt und auch dessen Großmutter schaut nicht selten vorbei. Zu den täglichen „Gästen“ zählen Menschen aller Altersstufen, verschiedenster Religionen und Kulturen. Größtenteils stammen sie aus sozial schwachen Verhältnissen oder gehören sogenannten Minderheiten an. Etwa 50 % der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben ihre familiären Wurzeln in Russland, der Türkei, Kurdistan oder Ghana. Auch Sinti und Roma sind dabei.
Ein wesentlicher Bereich der sozialpädagogischen Arbeit besteht daher darin, Barrieren verschiedener (sprachlicher, sozialer, kultureller, ideologischer) Art abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Offenheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt werden in der täglichen Arbeit vermittelt, denn nur über diese Werte wird eine Akzeptanz des anderen Glaubens und der anderen Kultur erreicht.
Ihre Aufgabe sehen die MitarbeiterInnen der Ratze vor allem darin, Menschen dabei zu unterstützen, der Spirale von Scheitern, Frustration, Ausgrenzung und Gewalt zu entkommen: Jedem und jeder soll die Chance auf Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt sowie ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden.

Sophie Schleinitz

Für die Realisierung des Projekts „Buchte“ fehlen noch 30.000 Euro. Die Naturfreundejugend Bremen freut sich über jede Idee, die das Projekt unterstützen kann.
Falls ihr weitere Fragen zu und Interesse an der Arbeit der Naturfreundejugend Bremen habt, wendet euch an Sophie Schleinitz von der Landesleitung Bremen (E-Mail: gm7ga7gi7gl7g@7gs7go7gp7gh7gi7ge7g-7gs7gc7gh7gl7ge7gi7gn7gi7gt7gz7g.7gd7ge7).

www.die-buchte.de