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Leserbrief - Sonnenaufgang oder Abenddämmerung bei der NFJD?

Die Bundesleitung campiert im Tal der Bedeutungslosigkeit. Ein Leserbrief

Liebe Naturfreundejugend Deutschlands,

ich habe mich vor kurzem einmal in die aktuellen Projekte auf der Website der NFJD eingelesen und nun frage ich hier mal ganz öffentlich: Habt ihr eigentlich das Leuten nicht gehört? Sitzen dort oben in unserer Jugendvertretung eigentlich nur Menschen, die sich Augen und Ohren zu halten? Ich betrachte nur mal „gemeinsam gesund unterwegs“. Sind wir jetzt ein Verband für HeilpädagogInnen? Und brauchen wir „Capture your life“? Wer youtube kennt, weiß auch, dass jene die so etwas gerne machen möchten, die Naturfreundejugend nicht wirklich dazu brauchen. Und so schön eine Großveranstaltung wie der Europäische Kindergipfel wohl auch werden wird: Welche PolitikerIn kräht noch danach, wenn er vorbei ist? Meiner Meinung nach ist er einer der vielen Anstandstermine, zu denen die dritt- und viertklassigen PolitikerInnen von ihrer Partei hin gezwungen werden müssen. Was haben all die Kindergipfel gebracht? Kinder und Jugendliche kann man auch anders politisieren als zum gemeinsamen „Workshopping“ einzuladen. Das alles wäre ja kein Problem. Nur: Der Verband braucht dringende Strukturreformen und mehr Mitglieder. Dazu haben wir jetzt seit der BuKo nichts mehr gehört. Liebe BL: Ihr seid bald hundert Tage im Amt und das dringlichste Thema, wird meiner Meinung nach wieder auf die lange Bank geschoben. Warum? Der Verband fault und stirbt von der Basis weg und ihr zeigt ein paar Kindern und Jugendlichen in eurem Wolkenkuckucksheim wie man kleine Selbstfindungsclips schneidet. In vielen Regionen hängen Jugendliche auf der Straße rum, weil ihr Jugendzentrum dicht gemacht hat und die BL möchte ein wenig an ihrer Gesundheit und an ihrem Selbstbild basteln. In Europa brennen die Vorstädte und in Berlin brennen Autos. Das ist euch auf eurer Website eine unauffällige Pressemitteilung wert, die ersichtlicher Weise niemand von euch geschrieben hat. Wo verdammt ist eure rote Hand, wenn die europäische Jugend sie gut brauchen könnte? Ich weiß nicht wann ihr auf der sozialpolitischen Autobahn die Ausfahrt genommen habt. Aber die Gesellschaft ist inzwischen im Schneckentempo an euch vorbei gezogen. Ihre Rücklichter sind weit weg. Und die grüne Hand? Die anderen Umweltverbände sind zumindest in meiner Stadt auf der Straße und werben um Spender und Mitglieder um ihr Programm durchsetzen zu können. Sie sind regelmäßig mit neuen (relevanten!) Themen in der Presse. Aber die BL trägt anscheinend lieber einen finanziellen Maulkorb Modell Röttgen, als endlich aktiv Mitglieder und SpenderInnen für eine im Grunde gute Idee zu finden. Nämlich die Einheit von Gesellschaft und Umwelt. Der Klimawandel rollt auf unsere Generation zu und ihr zieht den Schwanz ein. Tausende von Kindern und Jugendlichen sind schon als Klimaflüchtlinge unterwegs und ertrinken im Mittelmeer. Das interessiert die BL scheinbar nicht die Bohne.

Es ist Zeit! Wenn wir als Naturfreundejugend in naher Zukunft noch irgendwie eine Rolle spielen wollen, reicht es nicht mehr am Lagerfeuer zu sitzen und von einer schönen heilen Welt zu singen. Denn der Wald um unser Lagerfeuer stirbt und von den Städten weht ein eiskalter sozialer Wind herüber. Die Themen liegen auf der Straße und lauter die Glocken nie läuteten. Wenn dieser Verband in naher Zukunft noch irgendwie eine Rolle spielen will,dann muss jetzt ein Konzept für Infostände her an denen vor Ort Mitglieder und SpenderInnen geworben werden können. Dann brauchen wir jetzt relevante, öffentlichkeitswirksame gesellschafts- und umweltpolitische Projektideen und eine dazu passende Öffentlichkeitsarbeit. Ich finde das muss man von einer Bundesjugendleitung erwarten können. Sie ist ansonsten ihr Geld und ihr Amt nicht wert.

Ein frustrierter Naturfreund!

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