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Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers
Arnold Spirit, genannt Junior ist Spokane-Indianer und wächst in einem Reservat auf. Wie die meisten Indianer ist er so arm, dass er morgens nicht weiß, ob er abends etwas zu essen hat. Sein Vater trinkt wie die meisten Väter und seine Mutter trauert darum, niemals ihre Träume verwirklicht haben zu können. Nur sein bester und einziger Freund Rowdy hält zu ihm und verteidigt ihn gegen die Hänseleien und Angriffe der anderen Reservatbewohner.
Doch dann entschließt sich Junior, an eine Schule außerhalb, eine „Weißen-Schule“ zu wechseln, um der vorbestimmten Hoffnungslosigkeit seines Lebens zu entkommen. Dies ist allerdings (noch) problematischer als ursprünglich gedacht. An der neuen Schule wird er als einziger Indianer zum Außenseiter und auch im Reservat will jetzt niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben. Sogar Rowdy wendet sich von ihm ab.
Sherman Alexie ist selbst Spokane-Indianer und wuchs im Reservat auf, so dass das Buch autobiographische Züge hat. Er kennt also die Probleme, die er beschreibt und dies ist einer der Gründe, warum die Hauptfigur so überzeugend ist. Der Autor versteht es, Tragik und Humor miteinander zu verbinden, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren oder in Klischees zu verfallen. Damit schafft er immer wieder Momente, in denen man nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen, jedoch ist die Wortwahl teilweise sehr vulgär. Aber vielleicht redet Junior ja so?
Denn wie der Titel schon sagt, ist das Buch wie ein Tagebuch verfasst. Auch einige der Zeichnungen, die Junior beschreibt (er zeichnet sie selbst) sind im Buch dargestellt. Durch sie bekommt man einen ganz besonderen Einblick in das Leben der Hauptfigur.
Alexie schreibt nicht nur von den typischen Jugendproblemen, die nahezu jeder kennt, sondern beschreibt auch die spezifischen Sorgen eines jugendlichen Indianers. Der Leser erhält somit Einblicke in die Kultur der Spokane-Indianer und die Umstände des Lebens im Reservat. Dadurch erfährt man an dieser Stelle, dass Rassismus nicht immer ein einseitiges Problem ist.
Obwohl das Buch für Jugendliche geschrieben ist, eignet es sich auch gut für Erwachsene. Ein witziges und spannendes Buch, nicht nur für jene, die sich für das Leben und die Kultur der amerikanischen Ureinwohner interessieren.
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