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Buchbesprechung: Heart of Darkness

“I love the smell of napalm in the morning.” Wer erinnert sich nicht an Marlon Brando als Walter Kurtz in Apocalypse Now? „Horror and moral terror are your friends, if not, then they are enemies to be feared.“ Was hat dieser schwitzende, wahnsinnige Mann aus dem kambodschanischen Urwald mit dieser Buchbesprechung zu tun?


Brando hätte nicht so schwitzend das Grauen verbreiten können, hätte nicht siebzig Jahre früher ein polnischer Einwanderer in London die Romanvorlage für Coppolas Film zu Papier gebracht. Joseph Conrad, eigentlich Józef Konrad Korzeniowski, schreibt 1902 Heart of Darkness (deutsch: Herz der Finsternis), geht damit schnurstracks in die Literaturgeschichte ein und hinterlässt eine der subtilsten Studien zur menschlichen Natur und ihren Tiefen.

Es beginnt sehr harmlos an der Themse, als sich der der junge Kapitän Marlow auf den Weg in den Kongo macht. Diese Reise wird, je näher er sich dem Herzen der Finsternis, dem Stützpunkt der britischen Handelsgesellschaft nähert, mehr und mehr zur existentiellen Erfahrung für Marlow.

Er stößt bald auf die unbeschreibliche Ausbeutung der Afrikaner durch die britischen Kolonialherren und trifft dann auf „Mistah Kurtz“, den Leiter des Stützpunktes. Er ist die eigentliche Hauptfigur des Romans; in England ausgebildet, errichtet er im Dschungel eine grausame Herrschaft im Namen des Guten und der Zivilisation, in der moralischer Verfall, körperliche Verrohung und schierer Wahnsinn herrschen.

Kurtz als der dunkle Despot mit weißen Augen im Urwald, als Allegorie auf die Kolonialherrschaft, auf den Menschen an sich, auf unsere Zivilisation, fasziniert nicht nur Marlow, sondern die Leserinnen und Leser bis in die heutige Zeit. Kurtz ist das scheinbar personifizierte Böse, das ungehindert Menschliche und zeigt dabei fundamentale Wahrheiten auf. Er stirbt und es liegt nahe, dass er, gerade er, das große Ganze verstanden hat: “He cried in a whisper at some image, at some vision- he cried out twice, a cry that was no more than a breath - ‘The horror! The horror!’“
 

Die Literaturkritik beißt sich seit hundert Jahren genüsslich die Zähne an diesem Buch aus. Diese Buchbesprechung ist viel zu kurz, um alle Themen und Einsichten anzusprechen, die man darin findet. Heart of Darkness ist ein unglaublich guter Roman, spannend zu lesen, nicht nur für Liebhaber von Apocalypse Now.

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Schlagworte: Buch, Afrika