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Jenseits von Bollywood

Jeetas Zunge ist spitz und ihre Haut ist viel zu dunkel! Das findet zumindest Jeetas Mutter, deren größte Sorge es ist, ihre drei Töchter zu verheiraten. Während sich Jeetas ältere Schwestern in ihr Schicksal fügen und einer arrangierten Heirat zustimmen, hat Jeeta aber ihre eigenen Vorstellungen von der Zukunft.Sie lernt Sarina kennen und entdeckt, dass auch ein modernes, selbstbestimmtes Leben in Indien möglich ist.

Hin und hergerissen zwischen Tradition und Moderne tritt auch noch Neel mit den Mitternachtsaugen in ihr Leben, und verkompliziert die Lage zusätzlich.

„Schwarzer Vogel, süße Mango“ liest sich leicht wie ein Sommerregen. Befürchtungen man würde direkt nach Bollywood versetzt, werden in Windeseile zerstreut. Stattdessen taucht man mit Jeeta tief in die Kultur einer indischen Mittelstandsfamilie ein. Da sind die arrangierten Heiraten per Zeitungsannoncen, wo Kaste, Familie und Horoskop eine wichtige Rolle spielen. Und da sind indische Töchter im Zwiespalt zwischen Freiheitsdrang und Familienbindung. Dabei gelingt es der indischstämmigen US-amerikanische Autorin Kashmira Sheth wunderschöne sprachliche Bilder zu malen. Zugleich zeichnet sie ein differenziertes Bild, welches die arrangierte Ehe nicht einfach verurteilt, sondern den LeserInnen eine vielschichtige Perspektive auf eine uns unbekannte und oft auch unverständliche Welt ermöglicht.
 

Kristina Arndt
 

Kashmira Sheth: Schwarzer Vogel, süße Mango, Beltz Verlag 2008, 227 S., Euro 7,95