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Wie fairer Handel die Welt jeden Tag gerechter macht
Dabei stellte sich mir die Frage, wie ich durch den Kauf von fair gehandeltem Kaffee im Supermarkt um die Ecke die Not der Menschen weit weg von uns in den Entwicklungsländern nachhaltig lindern kann. Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, der sich diese Frage beim Kauf von fair gehandelten Produkten schon einmal gestellt hat.
Hier die Antwort:
Die Grundidee des Fairen Handels ist, Menschen in Entwicklungsländern die Möglichkeit zu geben ein sozial abgesichertes Leben ohne Ausbeutung zu führen. Die Umsetzung dieser Idee erfolgt durch direkte Handelswege und durch den Zusammenschluss der Bauern und Bäuerinnen zu genossenschaftlich organisierten Kooperativen. Mit diesen Kooperativen wird ein für möglichst lange Zeit gleichbleibender Preis für ihre Waren vereinbart, der alle Kosten der Produktion und des Lebensunterhaltes der Beschäftigten decken muss. Zusätzlich wird der Kooperative eine Prämie gezahlt, über deren Verwendungszwecke die Bauern in Mitgliederversammlungen demokratisch entscheiden. So werden z.B. mit dieser Prämie Schulen errichtet oder andere gemeinnützige Projekte umgesetzt.
Im Vergleich dazu gibt es beim konventionellem Handel meist viele Handelspartner und der Lohn der Bauern wird vom schwankenden Weltmarktpreis bestimmt. Darüber hinaus sind die Kleinbauern im konventionellen Handel auf sich alleine gestellt, benutzen gewöhnlich hochgiftige Pestizide, mit denen sie sich auch selbst schaden und werden obendrein manchmal durch die Bezahlung eines zu niedrigen Preises für ihre Waren ausgebeutet.
Beim Fairen Handel ist das anders: Neben dem fairen Lohn wird auf den Farmen, Plantagen und bei den Weiterverarbeitungsbetriebenen nach sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen gearbeitet, den sogenannten ILO-Standards. Diese Standards umfassen unter anderem den Verzicht auf ausbeuterische Kinderarbeit und auf Pestizide beim Anbau von Pflanzen sowie die Nutzung von regenerativen Rohstoffen.
So kauft der Konsument für den vergleichsweise höheren Preis der fair gehandelten Ware nicht nur das gute Gewissen, etwas gegen die globale Ungerechtigkeit getan zu haben, sondern auch ein qualitativ höherwertiges Produkt. Damit dies auch wirklich gewährleistet ist, unterliegen alle an der Handels- und Produktionskette beteiligten Firmen und Organisationen dem Kontrollsystem der FLO-CERT. Die FLO-CERT ist die Zertifizierungs-Gesellschaft der „Fairtrade Labelling Organization“, der auch beispielsweise „transfair“ angeschlossen ist. Durch dieses Kontrollsystem kann die Einhaltung der von der FLO festgelegten Standards überprüft und somit gewährleistet werden, ob Fairtrade-Produkte auch wirklich „fairtrade“ sind.
Abschließend kann man sagen, dass Fairer Handel ein innovatives, gerechtes aber gleichzeitig auch funktionierendes Handelsmodell darstellt, wie es in unserer globalisierten Welt immer seltener vorkommt. Trotzdem liegt die Entscheidung letztendlich bei uns KonsumentInnen, ob wir bereit sind für eine gerechtere Welt beim nächsten Einkauf im Supermarkt um die Ecke ein paar Euro mehr zu bezahlen.
Simon Pautmeier
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