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Mein Dilemma im Supermarkt

Gesund soll es heute sein. Und gut fürs Gewissen. Obstsalat ist also das heutige Menü der Wahl.

Flux wandern Orangen, Erdbeeren, Bananen und Kiwis in den Einkaufswagen. Bei den Äpfeln fange ich an zu stutzen. Vor mir liegen zwei Äpfel: Ein regionaler Apfel aus dem Alten Land und ein Bioapfel aus Neuseeland. Die Kosten unterscheiden sich nur unwesentlich. Aber wie sieht es mit dem Klima aus? Der Apfel aus dem Alten Land lag ein halbes Jahr gekühlt im Lagerhaus und wurde mit Kunstdünger gefüttert: macht 118 g CO2 pro Apfel, der Neuseelandapfel liegt bei 163 g, weil er mit dem Flugzeug angereist ist. Öko ist natürlich trotzdem besser, zumindest fürs Gewissen: Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide lassen ihn prinzipiell gesünder sein als den zwar regional geernteten, aber trotzdem gespritzten Apfel. Aber das Klima ist davon noch nicht gerettet.

Brauchen wir nicht also neben dem Biosiegel noch das Klimasiegel? Oder vielleicht gleich drei Ampeln: Eine für die Gesundheit (Fett-Ampel), eine fürs Klima (Klima-Ampel) und eine fürs Bioessen (Bio-Ampel). Die reichen aber wahrscheinlich auch nicht, oder? Gerecht (Fair-Trade-Ampel), frisch (Frische-Ampel) und regional (Transport-Ampel) soll es ja auch noch sein. Aber was mache ich, wenn die eine Ampel rot, dafür drei andere aber grün sind? Kaufen oder liegen lassen. Einkaufen ist gar nicht so einfach. Zumindest, wenn man sich von seinen Idealen leiten lässt.

Früher war es einfacher: Da gab es einen Apfelbaum in Omas Garten, der war nicht gedüngt und zu Oma bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Und wer das Fahrrad zum einkaufen mitnimmt anstatt Auto zu fahren spart 160 g CO2 pro Kilometer. Wer 5 km Fahrrad fährt, darf also 5 Äpfel essen: Guten Appetit!

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Schlagworte: Wirtschaft, Nachhaltigkeit