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Hot Button oder Wahlurne?
Da drängt sich mir die Frage auf: Wieso wird dieses Potenzial nicht sinnvoll eingesetzt? Ich denke da spontan an die diesjährige Bundestagswahl: Die von RTL für die Castingshow DSDS als Zielgruppe genannten jungen Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren hinken in der Statistik der Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen immer weiter hinterher. Bei der letzten Bundestagswahl 2005 statteten nur 68% der 18- bis 25-jährigen ihrem Wahllokal einen Besuch ab. Also: Wie kann die Begeisterung für das Mitmachen vom Fernseher zu den Bundestagswahlen transportiert werden?
Stimmabgabe per SMS?
Das Erste, das mir einfällt, ist die Stimmabgabe per SMS. Ich sehe eine ganz neue Art von Wahlwerbung vor mir. Viva und MTV könnten direkt nach den Klingeltoncharts kurze Spots zeigen, die auf die jeweilige Partei aufmerksam machen. So in der Art: „Sende eine SMS mit dem Inhalt „CDU“ an fünf mal die fünf und wähle deine Partei in den Bundestag.“ Oder wir übernehmen den Hot Button von 9live und übertragen das Konzept auf die Stimmabgabe. Zur Wahl – verbunden mit einem kleinen Sachpreis (Kaffeemaschine, Ratefuchs o.Ä.) - wird man nur zugelassen, wenn man die richtige Leitung trifft. Sonst könnte ja jeder kommen.
Natürlich sind diese Ideen nicht wirklich ernst gemeint, aber sie würden auf jeden Fall für Aufmerksamkeit in der jungen Zielgruppe sorgen. Denn traurigerweise muss festgestellt werden: Die aktuelle Politik kümmert sich nicht um die Bedürfnisse der Jugend. Statt eines vernünftigen Bildungssystems gibt es dieses Jahr – pünktlich zur Wahl – eine kräftige Rentenerhöhung. Auch wenn es jeder den SeniorInnen gönnen wird – eine außerplanmäßige Rentenerhöhung kostet richtig Geld. Hierbei handelt es sich aber nicht um Sozialpolitik, sondern um ein Wahlgeschenk an die Generation 60+. Interessant ist, dass diese Aktion von langer Hand vorbereitet war. Die Große Koalition hat vor zwei Jahren hier ein bisschen die Rentenformel verändert, dort einen Teil der Rentenreform umgangen und schwupps, schon haben wir die Rente im Westen um 2,41% und im Osten um 3,38% erhöht – außerplanmäßig. Wer dafür irgendwann bezahlen muss, ist jedem klar.
Wählen - Eine Frage des Alters?
Der Grund für die Vernachlässigung der Jungen und die Bevorzugung der Älteren liegt auf der Hand: Bei der diesjährigen Bundestagswahl wird die Zahl der WählerInnen über 60 Jahren erstmals größer sein als die Zahl der arbeitenden, jüngeren Generation. Das ist für die Politik schon Grund genug, mehr auf die Bedürfnisse der Älteren einzugehen. Dazu kommt, dass in der Bevölkerungsgruppe der 60 bis 70-jährigen ca. 85% wählen gehen, bei den 18 bis 25-jährigen nur 68%. Außerdem ist deutlich erkennbar, dass die ältere Generation ein viel größeres Interesse an Politik hat, als die jüngere. Wer geht denn auf die Infoveranstaltungen der Abgeordneten? Die Älteren.
Was viele PolitikerInnen vielleicht nicht bedenken: die Jugendlichen von heute sind die RentnerInnen von morgen. Zugegeben: In den 50 Jahren, die zwischen Jugend und Rente liegen, wird das politische Personal mehrmals ausgetauscht werden. Dennoch wird der Trend bleiben. Die Zahl der RentnerInnen wird immer größer, weil die Menschen immer älter werden. Die Zahl der Jüngeren wird immer niedriger, weil die Geburtenrate sinkt. Keine Frage, für wen die Politik gemacht wird!
Da können wir – die junge Generation – nur selbst etwas dagegen tun: Wir müssen uns eine Stimme verschaffen, wir müssen wählen gehen, Wahlveranstaltungen besuchen und das Gespräch mit PolitkerInnen suchen. Insbesondere auf kommunaler Ebene ist es leichter, sich Gehör zu verschaffen. Daher: Macht einen Termin mit eurem Bürgermeister, sprecht mit ihm über die Bedürfnisse der Jugend. Geht zu Wahlkampfveranstaltungen und diskutiert eure Bedürfnisse. Vor allem aber: Geht dieses Jahr wählen und schleift so viele junge WählerInnen wie möglich mit. Denn die meisten wissen schon in etwa, wo sie ihr Kreuzchen machen würden, können sich aber nicht aufraffen. Gebt ihnen einen hilfreichen Tritt in den Allerwertesten!
Geht Wählen!
Yannic Arnold
Weiterführende Links
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